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Alle TH verkaufen vor dem Bitcoin Halving?

Autorenbild: Bonobomining
Bonobomining
8. Aug.
5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 28. Aug.



Bonobo in Panik weil sie TH verkaufen vor dem Bitcoin halving



Das Bitcoin Halving kommt 2028.

Die Blockbelohnung wird halbiert.

Also bekommen Miner nur noch halb so viele Bitcoin.

Klingt erstmal nach einem ziemlich guten Grund, seine TH vorher zu verkaufen, oder?

Ganz so einfach ist es nicht.

Denn wenn wir uns die vergangenen Halvings anschauen, sehen wir zwei völlig unterschiedliche Effekte:

Kurzfristig wird Mining härter. Langfristig war das Halving bisher aber häufig der Startschuss für eine sehr interessante Phase im Bitcoin-Markt.

Was bedeutet das für meine GoMining-TH?

Schauen wir uns an, was in der Vergangenheit tatsächlich passiert ist.


Was passiert beim Bitcoin Halving überhaupt?

Bitcoin-Miner bekommen für jeden gefundenen Block eine festgelegte Anzahl neuer Bitcoin.

Diese Belohnung wird ungefähr alle vier Jahre halbiert.

Die bisherigen Halvings:

2012: 50 BTC → 25 BTC2016: 25 BTC → 12,5 BTC2020: 12,5 BTC → 6,25 BTC2024: 6,25 BTC → 3,125 BTC

Beim nächsten Halving wird die Block Subsidy entsprechend von 3,125 auf 1,5625 BTC fallen.

Und genau hier kommt die Angst vieler Miner her.

Wenn sich die neu ausgegebenen BTC pro Block halbieren, sinkt zunächst auch der BTC-Ertrag, den die gesamte Mining-Industrie unter sich aufteilen kann.

Das lässt sich nicht schönreden.

Ein Halving ist für Miner erstmal ein Einschnitt.


Also bekomme ich danach einfach 50 % weniger?

Direkt betrachtet ist der Block Subsidy tatsächlich halbiert.

Deine tatsächlichen GoMining-Rewards hängen aber von deutlich mehr ab.

GoMining selbst nennt vor allem die Bitcoin Mining Difficulty als wichtigen Faktor. Zusätzlich wirken sich unter anderem BTC-Preis und Maintenance-Kosten auf den Nettoertrag aus.

Deshalb bedeutet:

50 % weniger Block Subsidy ≠ automatisch dauerhaft 50 % weniger Nettoertrag in Euro.

Und genau hier wird die Vergangenheit interessant.


Was ist nach den bisherigen Halvings mit Bitcoin passiert?

Schauen wir uns zunächst Bitcoin selbst an.

Beim ersten Halving 2012 lag Bitcoin bei ungefähr 12 Dollar.

Ein Jahr später lag BTC laut historischen Daten von CoinGecko bei rund 1.075 Dollar.

Beim Halving 2016 lag Bitcoin bei ungefähr 650 Dollar.

Auch danach folgte der bekannte Bullrun bis Ende 2017.

2020 lag BTC beim Halving bei ungefähr 8.600 Dollar. Rund ein Jahr später stand Bitcoin bei über 50.000 Dollar.

Diese frühen Renditen sollte man heute allerdings nicht einfach hochrechnen. Selbst CoinGecko weist darauf hin, dass Bitcoin inzwischen wesentlich größer und reifer ist und vergangene prozentuale Anstiege deshalb irreführend sein können.

Trotzdem ist das Muster interessant:

Historisch war das Halving nicht das Ende des Minings. Es lag vielmehr mehrfach vor starken Bitcoin-Marktphasen.


Und dann kam das Halving 2024

Das ist für uns besonders spannend.

Denn diesmal gab es GoMining bereits.

Am 20. April 2024 wurde die Block Subsidy von 6,25 BTC auf 3,125 BTC halbiert.

GoMining wusste natürlich genauso wie jeder andere Miner, was kommt.

Und was machte GoMining unmittelbar vor dem Halving?

Sie starteten sogar eine Aktion, bei der Nutzer ihre Energieeffizienz günstiger upgraden konnten.

Die Botschaft war ziemlich eindeutig:

Nicht:

„Verkauft eure TH!“

Sondern:

Macht eure Miner effizienter.

GoMining bot damals 20 % Rabatt auf Efficiency-Upgrades an und vermarktete das ausdrücklich als Vorbereitung auf das Halving.

Und das ergibt aus Mining-Sicht durchaus Sinn.


Beim Halving werden effiziente Miner wichtiger

Nehmen wir zwei Miner.

Beide besitzen:

100 TH

Miner A läuft mit:

28 W/TH

Miner B mit:

15 W/TH

Beide produzieren mit derselben Hashrate grundsätzlich denselben Bruttoanteil am Mining.

Aber Miner B benötigt dafür deutlich weniger Strom.

Solange die Mining-Erträge hoch sind, fällt dieser Unterschied weniger brutal auf.

Sinkt jedoch der Mining-Ertrag pro TH, werden die laufenden Kosten immer wichtiger.

Und genau deshalb werden Halvings für alte und ineffiziente Mining-Hardware gefährlich.

Nicht unbedingt die TH sind das Problem.

Die Frage ist:

Wie teuer ist es, diese TH am Laufen zu halten?

GoMining zieht Strom- und Servicekosten von den Pool-Rewards ab; die Energieeffizienz des Miners beeinflusst damit unmittelbar die Nettobelohnung.


Das Halving räumt den Mining-Markt auf

Das ist ein Effekt, den ich besonders interessant finde.

Wenn Mining weniger profitabel wird, geraten zuerst die teuersten und ineffizientesten Miner unter Druck.

Irgendwann lohnt sich deren Betrieb nicht mehr.

Sie werden abgeschaltet.

Dadurch verschwindet Hashrate aus dem Netzwerk.

Und wenn genügend Hashrate verschwindet, passt Bitcoin anschließend die Difficulty an.

Bitcoin versucht schließlich weiterhin, ungefähr alle zehn Minuten einen neuen Block zu produzieren.

Das bedeutet:

Der Markt passt sich an.

Das Halving halbiert nicht einfach die Einnahmen und danach bleibt alles für immer genauso.

Miner reagieren.

Hashrate reagiert.

Difficulty reagiert.

Hardwarepreise reagieren.

Und natürlich reagiert auch der Bitcoin-Preis.


Genau deshalb würde ich meine TH nicht panisch verkaufen

Wenn ich kurz vor einem Halving einen Miner sehe und denke:

„Scheiße, die Blockbelohnung wird halbiert. Raus hier!“

...betrachte ich nur eine Seite der Gleichung.

Mich interessieren mindestens vier Dinge:

Wie effizient sind meine Miner?

Wie entwickelt sich die Difficulty?

Was macht der Bitcoin-Preis?

Und was passiert mit dem Preis für TH?

Gerade der letzte Punkt wird gerne vergessen.


Was passiert mit dem TH-Preis?

Das finde ich fast spannender als die Rewards.

TH sind letztendlich Produktionskapazität für Bitcoin.

Wenn Mining gerade unattraktiv ist und niemand Hashrate haben möchte, kann diese Kapazität günstiger werden.

Wenn Bitcoin dagegen wieder durch die Decke geht und plötzlich jeder Mining interessant findet, kann auch die Nachfrage nach Hashrate steigen.

Genau deshalb würde ich persönlich nicht automatisch dann verkaufen wollen, wenn die Stimmung schlecht ist.

Das wäre ungefähr wie:

Bitcoin verkaufen, weil gerade niemand Bitcoin haben möchte.

Natürlich kann ein TH-Preis trotzdem weiter fallen.

Aber für mich ist ein niedriger Preis zunächst einmal genauso eine mögliche Kaufchance wie ein Problem.


2024 hat GoMining übrigens ziemlich gut überstanden

Das ist im Nachhinein ein interessanter Realitätscheck.

GoMining veröffentlichte Ende 2024 seine Jahreszahlen und gab an, im Laufe des Jahres rund 4,2 EH zusätzliche Computing Power verkauft zu haben.

Insgesamt waren laut Unternehmen zu diesem Zeitpunkt fast 6,5 EH verkauft und mehr als 114.000 Digital-Miner-Besitzer auf der Plattform.

Und das alles in genau dem Jahr, in dem sich die Bitcoin Block Subsidy halbiert hatte.

Das Halving hat GoMining also offensichtlich nicht das Genick gebrochen.

Im Gegenteil: 2024 war laut den veröffentlichten Unternehmenszahlen ein starkes Wachstumsjahr.


Aber diesmal kann es trotzdem anders laufen

Das gehört ebenfalls dazu.

Nur weil Bitcoin nach früheren Halvings gestiegen ist, muss das beim nächsten Mal nicht genauso passieren.

Bitcoin ist heute ein völlig anderer Markt.

Und es gibt ein weiteres Problem:

Mit jedem Halving wird die Block Subsidy kleiner.

Miner werden dadurch langfristig immer stärker auf einen hohen Bitcoin-Preis und Transaktionsgebühren angewiesen sein.

Deshalb würde ich niemals sagen:

„Halving kommt, also werden meine TH danach automatisch mehr wert.“

Das weiß niemand.


Was mache ich persönlich vor dem nächsten Halving?

Alle TH verkaufen?

Für mich aktuell ganz klar:

Nein.

Ich würde viel eher darauf achten, welche TH ich besitze.

Ein effizienter Miner ist für mich vor einem Halving wesentlich interessanter als möglichst viele billige, aber stromhungrige TH.

Und wenn die Stimmung vor oder nach dem Halving richtig schlecht wird und TH dadurch günstig werden?

Dann würde ich persönlich eher darüber nachdenken, weitere effiziente TH einzusammeln, statt panisch alles auf den Marketplace zu werfen.

Denn die Vergangenheit hat bisher eines ziemlich deutlich gezeigt:

Die unangenehmste Phase für Miner war nicht automatisch die schlechteste Zeit, Mining-Power zu besitzen.


Mein Fazit

Ein Bitcoin Halving ist für Miner kein Geschenk.

Die Block Subsidy wird tatsächlich halbiert.

Das trifft jeden Miner.

Aber daraus abzuleiten:

„Vor dem Halving unbedingt alle TH verkaufen!“

...ist mir viel zu simpel.

Nach einem Halving beginnt ein Anpassungsprozess.

Ineffiziente Hardware gerät unter Druck.

Hashrate verändert sich.

Difficulty passt sich an.

Der Bitcoin-Preis bewegt sich.

Und irgendwann findet der Mining-Markt ein neues Gleichgewicht.

Genau deshalb interessiert mich vor dem nächsten Halving weniger:

„Wie schnell werde ich meine TH los?“

Sondern:

„Wie effizient sind meine TH, wenn es soweit ist?“

Denn wenn ich eines aus den vergangenen Halvings mitnehme, dann das:

Ich möchte lieber mit effizienten Minern durch ein Halving gehen, als meine Hashrate aus Angst kurz vorher zu verkaufen.








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